Die Tempel von Hue mit Figurengruppe und Elefantenstatuen

Abenteuer Hue – Vom Hochwasser eingeschlossen

Ein Reisebericht von Dr. Michael J u n g

Wegen der Tempel kamen wir nach Hue

Hue gehört zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Vietnam. Die ehemalige Kaiserstadt beeindruckt mit prachtvollen Tempeln, Pagoden und Grabmälern der Nguyen-Dynastie. Doch im November 2007 erlebten wir dort ein Abenteuer, mit dem wir nicht gerechnet hatten.

Es regnete den ganzen Tag. Am nächsten Morgen stand die Straße vor dem Hotel unter Wasser. Der Regen hörte nicht auf und das Wasser stieg weiter. Zu Anfang kamen noch Autos und Kleinbusse, die Touristen brachten und abholten. Doch gegen Mittag war Schluss – ab dann kamen nur noch Boote.

© Dr. M. J u n g

Im Hotel vom Hochwasser überrascht

Uns blieb nichts anderes übrig, als unseren Flug nach Phu Quoc umzubuchen. Per Telefon war kein Durchkommen – alle versuchten gleichzeitig, ihre Flüge zu ändern. In Vietnam muss man übrigens jeden Flug bestätigen, denn Umbuchen scheint dort so etwas wie ein Volkssport zu sein.

Der Hotelbesitzer konnte ebenfalls niemanden bei Vietnam Airlines erreichen. Also schlug er vor, zum Büro der Airline zu fahren – und kurzerhand saß meine Frau beim Chef hinten auf dem Moped. Beide kamen klitschnass, aber erfolgreich zurück. Der Besitzer im weißen, langärmeligen Hemd, ohne Jacke. Man ist den Regen in Hue halt gewöhnt.

Das war ein Serviceniveau, mit dem eine gewisse deutsche Fluglinie nicht mithalten konnte. Auf dem Hinflug nach Vietnam hatten wir ein Problem, und der Flugbegleiter gab uns zu verstehen, wir sollten uns selbst darum kümmern. In Vietnam ist vieles anders als in Deutschland – oft zum Besseren.

© Dr. M. J u n g

Der Nachschub kam per Boot

Wir waren ans Hotel gebunden, doch langweilig wurde es nicht. Obwohl wir nur Frühstück gebucht hatten, verpflegte uns das Hotel den ganzen Tag – denn in Vietnam gibt es kaum etwas Wichtigeres als Essen. Später fiel uns auf, dass das gesamte Hotel auf einer Art Stelzen gebaut war: Unten waren zwar Räume, komplett gefliest, aber keine Zimmer. Man hatte sich auf solche Situationen eingestellt.

Im Zentrum war der Fluss über die Ufer getreten. Das sah gefährlich aus, denn die Strömung war stark – da wollte man nicht hineingeraten.

Die Tempel von Hue

Trotz des Hochwassers konnten wir die berühmten Tempel besuchen. Das Grabmal von Kaiser Khai Dinh (er regierte von 1916 bis 1925) liegt etwa 10 km von Hue entfernt. Die Bauzeit betrug elf Jahre. Die Innenräume sind reich verziert, beinahe rokokohaft. Verglichen mit anderen Grabmälern ist es relativ klein, aber architektonisch faszinierend.

Die Pagode der himmlischen Frau ist das Wahrzeichen von Hue – ein Anblick, den man nicht vergisst. Zusammen mit den Figurengruppen der Soldaten und Leibwächter, den Elefanten- und Pferdestatuen ergibt sich ein beeindruckendes Gesamtbild.

© Dr. M. J u n g

Der Individualverkehr – ein Fotomotiv

In Deutschland müsste man stundenlang die Gesetzesvorschriften wälzen, um alle Verkehrsvergehen aufzulisten, die man in Vietnam an einer einzigen Kreuzung beobachten kann. Auch in Europa muss es früher einmal so gewesen sein. Heute ist dort alles verboten. Aber die Vietnamesen meistern ihren Verkehr mit einer Gelassenheit, die man nur bewundern kann.

Insgesamt gibt es in Vietnam massenhaft Fotomotive – ein Traum für jeden Fotografen.

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